Irgendwie hatte ich es schon öfter gehört: Die Suche nach einer Hebamme kann ganz schön schwierig sein. Aber ich dachte ehrlich gesagt – hey, ich wohne in einer großen Stadt wie München, das wird schon klappen.
Trotzdem habe ich direkt am Tag nach meinem positiven Schwangerschaftstest mit der Suche begonnen. Es war Juli 2022 – ich suchte also eine Hebamme für März 2023.
Die ersten Google-Ergebnisse führten mich auf schöne und professionelle Hebammen-Webseiten. Aber sobald es um die Anmeldung oder ein Kennenlernen ging, stand da überall:
„Freie Termine ab April 2023“.
Wie bitte?! Ich weiß seit einem Tag dass ich schwanger bin und ich bin schon zu spät dran?
Sollte ich mich etwa vor dem Kinderkriegen um eine Hebamme kümmern?!
Nach dem ersten Schock klickte ich mich durch verschiedenste Portale, auf denen man Hebammen für München oder Bayern finden kann. Ich schrieb einfach alle an, die in meinem Stadtteil zuständig waren.
Ich glaube, es waren um die zwölf Hebammen, bei denen ich mich gemeldet habe – viele schriftlich, manche auch per Anruf. Anfangs hatte ich noch eine ordentliche Liste: Name, Spezialisierung, Leistungen… Später habe ich einfach nur noch meinen Text verschickt, ohne groß zu schauen, wie sie sich vorstellen. Ich war einfach nur noch erschöpft von der Suche.
Diese Phase hat mich echt verzweifeln lassen. Ich wollte doch einfach nur jemanden haben, der mir zur Seite steht, mir Dinge erklärt, mir die Angst nimmt – oder einfach nur bei mir sitzt und sagt: „Du schaffst das.“
Meine Eltern und Schwiegereltern wohnen weit weg, und Freundinnen mit Kindern habe ich in München auch keine. Für mich war klar:
Ich brauche eine Hebamme. Unbedingt.
Nach ein paar Wochen hatte ich mich innerlich damit abgefunden, keine zu finden. Ich bereitete mich gedanklich darauf vor, alles allein zu machen – mit Hilfe von Büchern, Ratgebern, Google und langen Telefonaten mit meiner Mama.
Und dann – der Anruf.
Ein netter, einfühlsamer Mann meldete sich bei mir und sagte, dass er noch einen Platz für mich in einer Hebammenpraxis hätte. Ich war komplett überfordert – vor Freude! Ich fing direkt an zu weinen und wusste gar nicht, wohin mit meinen Gefühlen.
Moment mal… Hebammenpraxis? Und woher hat er überhaupt meine Nummer? Habe ich mich da irgendwo beworben?
Anscheinend schon – aber egal.
Sie haben einen Platz für mich!
Ich hatte fünf Tage Zeit, mich zu entscheiden – aber ich sagte direkt zu. Natürlich. Ich wollte auf keinen Fall ohne Hebamme dastehen.
Was genau eine Hebammenpraxis eigentlich ist – und wie es dann dort weiterging – erzähle ich dir in einem anderen Blogbeitrag.
Rückblick
Wenn ich heute zurückschaue, kann ich nur sagen: Die Hebammensuche war mein erster großer „Bürokratie-Schock“ als werdende Mama in Deutschland. Ich habe viel gelernt – vor allem, wie früh man dran sein muss und wie wenig Plätze es gibt, egal ob in Großstadt oder kleinem Dorf.
Und: Wie wichtig es ist, nicht aufzugeben.
Für dich
Falls du selbst gerade suchst – atme durch. Es ist okay, wenn du dich überfordert fühlst. Schreib vielen, schreib früh, und hab keine Scheu, nachzuhaken.
Manchmal kommt der passende Platz aus völlig unerwarteter Richtung.
Und denk immer daran: Du machst das richtig gut.

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